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Hintergrund: Statuen

Herstellungsverfahren Buddhistischer Statuen und Figuren

Die Erschaffung eines Kunstwerkes war in Tibet und Nepal seit jeher ein religiöser Akt, für den Künstler selbst und für den Auftraggeber gleichermaßen. Sowohl die Vorbereitung, als auch jede Stufe der Gestaltung waren von entsprechenden Gebeten und besonderen Riten begleitet. Erst die Schlusszeremonie verlieh dem Werk schließlich seine liturgische Bedeutung.

Der Auftraggeber stattete den Künstler mit allen benötigten Materialien aus. Für Bildhauer und Bronzegießer waren das die erforderlichen Mengen und Sorten von Metall oder der entsprechende Wert in Silber oder Gold. Für seine Arbeit wurde der Künstler für gewöhnlich nicht entlohnt, er erhielt jedoch meist Geschenke.

Wir beziehen heutzutage unsere Skulpturen und Statuen von kleinen Handwerksmanufakturen in Kathmandu und Umgebung. Durch unseren regen Handel vor Ort sorgen wir für eine gerechte und faire Entlohnung der Handwerker und Künstler.

Aufwändiger Metallguß

Die am häufigsten gebrauchten Materialien zur Herstellung religiöser Skulpturensind Metalle, wie Kupfer und Silber oder Metall-Legierungen wie Messing oder Bronze. Vor allem zwei Techniken waren gebräuchlich: Die Treibarbeit oder Repoussé Technik und der „Guss in verlorener Form“.

Bei diesem aufwendigen Herstellungsverfahren des „Guss in verlorener Form“ wird die Skulptur zunächst aus Wachs über einem festen Tonkern geformt. Dann wird sie vorsichtig mit einer Schicht besonders feinen Tons und anschließend mit einer Schicht gröberer Tonerde ummantelt. Dabei lässt der Künstler einen Gusskanal offen, durch welchen das nach dem Erhitzen über offenem Feuer geschmolzene Wachs ausfließen kann. Danach wird das bis zum jeweiligen Schmelzpunkt erhitzte, flüssige Metall durch den Gusskanal in die Tonform eingegossen, wo es den vorher vom Wachs eingenommenen Hohlraum zur Gänze ausfüllt. Dann wird die Form langsam abgekühlt und anschließend zerschlagen. Die tönerne Gussform ist damit verloren und die auf diesem Wege hergestellte Figur ein einzigartiges Unikat.

Alle unsere Statuen und Figuren wurden in diesem Herstellungsverfahren „Guss in verlorener Form“ angefertigt und stellen daher einzigartige Unikate dar.

Künstlerisch feine Oberflächenbearbeitung

Besonders aufwendig und langwierig ist die Oberflächenbehandlung. Die Methoden, mit denen die Oberflächenfarben der Figuren erreicht werden, halten die Künstler geheim. Ist die Bronze-Figur besonders gut gelungen, wird sie feuervergoldet. Bei dieser überaus festen Form der Vergoldung ist der Goldanteil besonders hoch. Anschließend wird die Figur entsprechend der Ikonographie (Bestimmung und Deutung von Figuren im kulturellen Zusammenhang) farbig gefasst und an verschiedenen Stellen mit Edelsteinen und Symbolen besetzt.

Rituelle Einweihung

Nachdem der Auftraggeber seine Figur oder Statue erhalten hat, wird die Einweihung durchgeführt. Hierbei wird der Innenraum mit Gebetsröllchen gefüllt und der Boden mit einer Kupferplatte versiegelt. Auf dieser Platte werden die Symbole, oft ein doppelter Donnerkeil, angebracht.

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